AnimeManga-Review's
Sonntag, 22. April 2012
Jibun-Jishin - Review
"Jibun-Jishin" ist ein komplett in Deutschland etstandener Manga von der Jung-Mangaka Nina Werner, dessen Geschichte sich zentral um die Rückkehr der 16-jährigen Chiyo Kita in ihre Heimat und die geheimnisvolle neue Schülerin Sorai Dayu. Ich selbst habe eigentlich eine sehr kritische Meinung zu deutschen Manga, insbesondere weil ich bisher von den Ergebnissen etwas enttäuscht war. Also will ich euch mal eine kleine Bewertung aus meiner Sicht bieten:
- Geschichte(7,5/10):
Die Geschichte fängt durch einen Sprint quer durch alle relevanten Charaktere im ersten Kapitel etwas unübersichtlich an, nimmt aber mit der Zeit immer bessere Formen an und entwickelt sich von einer Comedy-Sammlung langsam zu einem waschechten Drama. Leider hat die Geschichte im Großen und ganzen eher den typischen Romance-Drama-Stil, den auch schon andere deutsche Mangaka wie Judith Park durchgezwirbelt haben, und bietet dabei irgendwie kaum Überraschungen oder neue Ideen. Außerdem wird die Story nicht konsequent durchgezogen, sondern durch kleine Sub-Storys ein wenig hinausgezögert, nur leider tragen diese kaum zum Hauptplot bei. Ansonsten lässt sich das ganze Werk sehr flüssig lesen, wenn auch mit kleinen Stolperern.
- Charaktere(6,5/10):
Die verschieden Figuren sind an sich sehr abwechslungsreich und verschieden, was auch schon teils von selbst für den einen oder anderen Lacher sorgt. Allerdings sind die meisten Persönlichkeiten wenig überraschend. Während Chiyo den Platz der Wetlverbesserin einnimmt, halten ihre Freunde nur das Lustiger-Trottel-Kaliber (Shoyo), das sarkastische, aber niedliche Mannsweib (Matsu) und den stillen Beobachter (Hisaki) als Persönlichkeit zur Verfügung. Natürlich sind auch ein durchtriebener "Bösewicht" (Sawako) und das stillschweigende arme Emo-Opfer (Sorai) mit von der Partie. Und obwohl das alles überhaupt nichts neues ist, geht der Plan auf, denn alle Figuren fügen sich sehr gut in das Setting ein.
- Zeichnungen(8/10):
Nina Werners Zeichenstil hat eine an sich sehr gute Qualität. Zwar sind die Hintergründe ziemlich minimalistisch und Detailarm, dafür sind die Charaktere sehr flippig und modern gestaltet. Besonders die Chibi-Versionen und die vielen witzigen Gesichtsausdrücke der Figuren wissen zu überzeugen. Das Design der Charaktere ist zudem auch durchaus detailliert und mit guten Lichteffekten umgesetzt worden.
Aber wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär:
Ab der zweiten Hälfte lässt genau diese Qualität sichtbar nach. Die Lichteffekte schwinden, die Konturen werden immer dünner . . . es wirkt, als wäre der Zeichnerin die Zeit knapp geworden, und darunter musste das ansonsten sehr gute Gesamtbild sehr leiden.
- Gesamteindruck(8,9/10):
Trotz diverser Mängel im Detail und wenig Ideenreichtum hat dieser Manga einiges zu bieten. Im Reich der deutschen Zeichner sticht "Jibun-Jishin" zwar nicht sonderlich hervor, lässt sich aber auch nicht unterkriegen. Daher bekommt Nina Werners Debütwerk von mir 8,9/10 Punkten. Durchaus Empfehlenswert.
-kaze
Donnerstag, 12. April 2012
Needless - Review
Ein Priester, ein kleiner Junge und eine Formwandlerin kommen in eine Bar . . .
Der Animé "Needless" ist in fast jeder Hinsicht seltsam. Anfangs gibt es einen Plot, der nicht verfolgt wird, später verfolgen die Hauptfiguren einen Plot, den keiner interessiert . . . wirklich seltsam.
Aber was hat mich dann dazu gebracht, mir sämtliche Folgen reinzuziehen?
Ich will es euch nach dem Schema erklären, das ich mir inzwischen als persönlichen Standard angeeignet habe: ich bewerte den Animé nach Story, Charakteren, Atmosphäre und Animationen.
So, jetzt fang' ich aber mal endlich an.
Story
Der Plot von Needles wird mit einem durchaus anschaulichen Prolog eingeleitet, welcher zu Beginn jeder einzelnen Folge ca. 1:30 Minuten eurer Zeit in Anspruch nimmt. Er erzählt von einem Krieg, in dessen Verlauf immer weiter aufgerüstet wurde . . . bis ein großflächiger Angriff auf Japan ein gigantisches Loch zurückließ, welches von den Leuten seither "Blck Spot" genannt wird. Dort gibt es Menschen mit übernatürlichen Kräften - die sogenannten "Needless", die ihren Titel dem Umstand zu verdanken haben, dass ein Großteil der Menschen ihnen vor lauter Angst den Tod wünscht und sie als "unbrauchbar" bezeichnet. Seit diese Menschen aufgetaucht sind, herrscht ein trügerischer Frieden, denn alle Kriegsparteien wollen nur den Ursprung der Needless herausbekommen und sie für ihre Zwecke missbrauchen.Das zum Prolog, der zwar sehr schick und auch spannend klingt, aber leider ziemlich dürftig verfolgt wird. Zwar ist er die Grundlage der Gesamtsituation, trotzdem entwicklet er sich in den ersten 5-6 Folgen so gut wie gar nicht. Stattdessen wird bereits in der ersten Folge gemetzelt, geschnetzelt und geprügelt, was das Zeug hält. Das gilt insbesondere für den sehr unreligiösen Priester Adam Blade und seine form- und stimmungswandelnde Begleiterin Eve Neuschwanstein. Die Beiden klatschen einfach Alles und Jeden in den Boden, der potenziell zum Plot beitragen könnte - was wohl der Sinn der Sache ist. Dabei nimmt das ganze teils typische Shonen-Jump-Züge an. Der Plot hält sich die Meiste Zeit flach, versinkt bei Gelegenheit in kompletter Abwesenheit und ist auch wenig überraschend. Man wird schlicht durch eine kaputte Welt gelotst, die wenig Grund zum Mitdenken gibt, frei nach dem Motto: "Plot? Kann man dat ess'n?"
Es gibt zwar eine Geschichte, allerdings ist die nicht nur schwach, sondern lässt auch nicht sonderlich viel Spannung aufkommen.
Meine Bewertung lautet: 53%
Charaktere
Das Character-Design hat irgendwie eine (für meinen Geschmack) fast erschreckende Ähnlichkeit zu denen der Guilty Gear- und BlazBlue-Games, hat aber trotzdem durchaus raffinierte Details eingepackt.
Zum Einen wäre da natürlich der Hauptcharakter Adam Blade: er ist faul, unmotiviert, minderbemittelt und aggressiv, hat aber im Endeffekt einen sehr freundlichen Charakter. Und natürlich hat er eine gaaaaaanz seltene Kraft unter den Needless, den "Zero Factor". Dabei handelt es sich um einen mit seinem Gehirn verbundenen Kristall, der es ihm ermöglich, feindliche Kräfte per Kopfnuss(oder wenn er die Funktionsweise des Angriffs erkennt) zu kopieren und anzuwenden. Witzigerweise hat er ganz am Anfang noch gar keine Kräfte, sondern ist einfach nur zäh. Motive hat er eigentlich nicht wirklich, er will einfach nur seine Ruhe haben. Ein ganz besonderer Verhaltenszug an ihm (der für Kaskaden von Lachanfällen sorgt) ist sein Lolita-Fetisch, der in ihm den innigen Wunsch weckt, besagte kleine Mädchen zu beschützen "wie es ein großer Bruder tun würde". Nur leider verstrickt er sich dabei in so manche Probleme.
Eve Neuschwanstein ist ein Needless mit der Fähigkeit, ihre Form zu ändern, wenn auch nicht unbegrenzt. Sie verbrennt bei der Verwandlung Unmengen an Kalorien, weshalb sie auf einen Drink mit satten 5000 kcal angewiesen ist und diese auch Reihenweise runterkippt. Sie ist ziemlich ungeduldig, noch dämlicher als Blade, frech und hat ein rekordverdächtig schlechtes Kurzzeitgedächtnis. Das steht aber im krassen Kontrast zu ihrer Kampfkraft und der Tatsache, dass auch sie keine richtige Motivation hat außer Ruhe.
Der dritte im Bunde ist Cruz Schild, ein normaler Durchschnittsjunge, der seine Schwester bei einem Kampf zwischen dem dubiosen Pharmakonzern "Simeon" und den Rebellen des Black Spot verloren hatte und von Blade vor einem Kampfpanzer gerettet wurde. Als Feigling der Gruppe hat er nicht sonderlich viel zu sagen und wird (insbesondere von Eve) ständig fertiggemacht und rumgescheucht. Er ist tatsächlich der Einzige, der was Besseres zu tun hat, als einfach nur zu überleben, denn trotz seiner Angst will er den Simeon-Konzern fertigmachen und so seine Schwester und die Rebellen rächen. Trotzdem dient er nur als Zielscheibe, entwickelt aber im Eifer des Gefechts eine hervorragende Beobachtungsgabe.
Alles in allem kann man den Charakteren nicht unbedingt viel Originalität abgewinnen, dafür aber eine Menge Sympathie. Zudem wird der Charakterumfang schon nach wenigen Folgen in Höchstgeschwindigkeit um so mache irrwitzige Figuren erweitert, von denen nicht wenige mit Eve gemeinsam eine appetitliche Portion Fanservice mit sich bringen. Cool sind die Charaktere allemal, auch wenn man den Eindruck hat, viele Designs irgendwo schonmal gesehen zu haben.
Meine Wertung: 79%
Atmosphäre
Wow! Einfach nur wow! Atmosphärisch gesehen schlägt Needless recht harte Töne an. Das Setting hat was postapokalyptisches, und auch der Plot ist eigentlich schon düster. Was aber so richtig die Kuh fliegen lässt (und die Fäuste), ist der hammerharte Soundtrack. Hier wird man mit schnellem und hartem Instrumental-Hardrock der japanischen Band e-Zuka beschallt. Dazu kommen die hohe Geschwindigkeit der Kämpfe und der fast schon lächerliche Missbrauch von Energie- und Strahlenangriffen, mit denen insbesondere ab der 12. Episode nur so um sich geballert wird. Jeder einzelne Kampf schreit vor Adrenalin und Testosteron und weiß mit abgefahrenen Moves zu begeistern. Leider wird diese Coolness nicht konsequent durchgezogen, sondern entwickelt im späteren Verlauf zeitweise In-Fight-Gelaber und Rückblenden von Naruto-artigen Ausmaßen, bei denen man sich fragt, warum keiner die Situation einfach mal ausnutzt. Zum Glück aber nicht auf Dauer. Der Hauptpart von Needless wird trotzdem von Rock und Kämpfen dominiert, und spart dabei nirgendwo mit Action.
Meine Bewertung daher: 94%
Animationen
Der Stil von Needless macht Einiges her: coole (wenn auch nicht unbedingt kreative) Designs, schnelle und harte Kämpfe und ansehnliche weibliche Rundungen. Aber auch die Umgebungen sind teils echt schick inszeniert. Zwar befinden sich die Charaktere fast die halbe Zeit nur in irgendwelchen stählernen Gebäudekomplexen, aber auch dort wurde auf eine gewisse Abwechslung geachtet. Ansonsten gibt es viel Sand, kaputte Dörfer und leicht gebirgsartige Wege. Das klingt zwar ziemlich dröge, wurde aber sehr stimmungsvoll inszeniert. Man ist sich die ganze Zeit über im Klaren, dass sich die Charaktere in miserablen Verhältnissen befinden. Aber auch die Charaktere glänzen mit coolen Moves und hoher Geschwindigkeit. Die Einen oder Anderen Statics wurden zwar trotzdem eingeworfen - das mindert aber den Gesamteindruck nicht besonders. Auch auf gewisse Details wurde geachtet, obwohl diese nicht besonders Auffallen.
Meine Wertung lautet: 87%
Schlusswort
Needless kann man klar kategorisieren als Animé der Sorte "Hirn raus, Cool rein". Das wurde auch sehr gut umgesetzt - auch wenn die Story ziemlich einfallslos daherkommt. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Needless auch nicht unbedingt eine Story benötigt, sondernd diese nur als Mittel zum Zweck dient. Irgendeinen Grund brauchen ja die ganzen Fights, oder?
Jedenfalls sind Dragonball-Fans hier bestens versorgt, während Zuschauer mit höheren Ansprüchen wohl eher schnell wegschalten.
Kleiner Tipp am Rande: dreht die Lautstärke ordentlich hoch, wenn ihr euch Needless anschaut - der Soundrack ist es Wert.
Meine Gesamtwertung lautet: 89
-Kaze
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